Fr | 31.01.20

Martin Meixner / Matchtape

Vintage-Sound

Wenn die Röhren der Hammondorgel zu glühen beginnen und das Horn im Leslie seine Pirouetten dreht, gibt es kein Halten mehr! Mit gutem Grund hat Hammond-Spieler Martin Meixner sein neues Trio Matchtape genannt: Zündschnur oder Anzündband. Eine Anzünd-Band? Der Funke springt jedenfalls über, wenn Matchtape aus Jazz, Funk, Soul und Pop, aus kühnen Melodien und erdigen Grooves seinen fetten Vintage-Sound kreiert, der positive Energie und gute Laune versprüht und einlädt zum Abheben und Ankommen.

Eine Hammond ist eine Hammond. Eine Orgel wie keine. One of a kind. Nichts klingt wie sie. Selbst die Nähe zum Elterninstrument, der Pfeifenorgel, ist relativ und bleibt es. In den Händen eines guten Spielers wird der Sound einer Hammond B3 organisch, so, als wäre da gar kein Spieler. So betrachtet ist Martin Meixner gar nicht anwesend. Aber das ist Konjunktiv. Metaphysisch. Nichts, womit die neue exzellente Kapelle des Stuttgarter B3-Spielers sich befasst. Lässige Gitarrenakkorde im Raum, Hi-Hats, Holz und Rimshots treffen ein. Eine dicke dreisilbige Bassfigur von den Bass-Fingern, die Fragmente geraten in Beziehung. Dann der Griff des Organisten in die Manuale, und da ist er – der Groove. Das Gefühl des Umspültwerdens von geschmeidigem Soundkakao, von Punkten und Linien stellt sich ein. Singen aus dem Subraum der Orgelakkorde. Atmung. Behagen im Zwerchfell: „Good Morning“.

Mit Martin Meixner (Hammond, Wurlitzer Piano) , Jörg Teichert (Gitarren), Christian Huber (Drums, FX)